Dienstrecht neu - Pädagogischer Dienst

Seit September 2019 werden neu aufgenommene Lehrer/innen immer dem „Neurecht“ – Pädagogischer Dienst (pd) zugeordnet. Es gibt keine Wahlmöglichkeit mehr. 

Im § 40a Vertragsbedienstetengesetz 1948 (VBG) ist dazu geregelt:

(1) Die Vertragslehrperson ist zur gewissenhaften und engagierten Wahrnehmung der pädagogischen Kernaufgaben und zur sorgfältigen Erfüllung der sonstigen sich aus der lehramtlichen Stellung ergebenden Aufgaben verpflichtet.

(2) Die pädagogischen Kernaufgaben (im Sinne der Durchführung und Begleitung von Lern- und Lehrprozessen) sind 

1. unterrichtliche Aufgaben (Unterrichtsverpflichtung) bestehend aus
a) der Unterrichtserteilung und
b) der qualifizierten Betreuung von Lernzeiten im Rahmen der Tagesbetreuung 

2. Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und der Lernzeiten, Korrektur schriftlicher Arbeiten, Evaluierung der Lernergebnisse, Reflexion und Evaluierung der eigenen Lehrleistung.

Lehrverpflichtung

Die Lehrverpflichtung beträgt nunmehr 20 Wochenstunden + 2 Wochenstunden (“qualifizierte Aufgaben” im pädagogischen Dienst), wenn Gegenstände der Lehrverpflichtungsgruppen I und II unterrichtet werden.

Werden Gegenstände einer anderen Lehrverpflichtungsgruppe unterrichtet, sind 22 + 2  Wochenstunden (qualifizierte Aufgaben im pädagogischen Dienst) zu erbringen.

Die Lehrverpflichtungsgruppe des Gegenstandes ist auf der Stundentafel des jeweiligen Lehrplans zu ersehen.

Qualifizierte Aufgaben im pädagogischen Dienst an den BMHS (+ 2 zusätzliche Wochenstunden) 

davon 1 Wochenstunde für (um diese Aufgaben übernehmen zu können, bedarf es einer Lehrverpflichtung von mind. 50%)

o Klassenvorstand
o Mentor
o (Cash)-Kustodiate
o QIBB

oder

o eine oder zwei Stunde/n (á 50 Minuten)für qualifizierte Beratungstätigkeit

Wenn keine Beauftragung aus den Tätigkeitsbereichen (KV/Mentor/Cash-Kustodiat) vorliegt, sind im Rahmen der qualifizierten Beratungstätigkeit 72 Stunden pro Schuljahr zu erbringen.

Wenn eine Beauftragung aus diesen Tätigkeitsbereichen im Umfang von einer Wochenstunde vorliegt, sind im Rahmen der qualifizierten Beratungstätigkeit 36 Stunden pro Schuljahr zu erbringen.

Die Beratungsstunden sind in der Lehrfächerverteilung auszuweisen und die entsprechenden Angebote in geeigneter Weise bekannt zu machen. Sie dienen insbesondere der Beratung von Schülerinnen und Schülern (etwa im Hinblick auf Lernprobleme und die Entwicklung von Begabungen), der Lernbegleitung (etwa im Sinne der § 55c und § 78c SchUG), der vertiefenden Beratung der Eltern (außerhalb der regelmäßigen Sprechstunden und der Sprechtage) oder der Koordination der Beratung zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten gemäß § 62 SchUG.

Die Beratungsstunden sind je nach Anordnung in regelmäßiger oder geblockter Form zu erbringen.

Wird die (entsprechend auszuweisende und in geeigneter Weise bekannt zu machende) Beratungsstunde nicht in Anspruch genommen bzw. kann sie z.B. wegen Erkrankung der Lehrkraft nicht stattfinden, ist diese Einheit nicht einzubringen.

Vertretungen bezüglich der Beratungsstunden sind nicht einzuteilen oder vorzunehmen.

Aliquotierung bei Teilbeschäftigung!

Das BMBWF hat sich im Schreiben  “Dienst- und Besoldungsrecht der Vertragsbediensteten im Pädagogischen Dienst – Durchführungsbestimmungen PD
(2. Änderung) bezüglich § 40a Abs. 3 VBG (“23./24. Wochenstunde”)” vom 27. Juni 2019 mit dem konkreten Einsatz im Rahmen der “qualifizierten Aufgaben” beschäftigt.

Entgelt (Stand 2021)
(zu den Gehaltstabellen!)

o Sieben Entlohnungsstufen: 2.821,40 – 5.018,20

Gestaltung der Entlohnungsstufen:
o Stufe 2 nach 3,5 Jahren
o Stufe 3 – 4 nach 5 Jahren
o Stufe 5 – 7 nach 6 Jahren

Fächervergütung:
o LVG I und II: € 35,80 pro Wochenstunde
o LVG III: € 14,60 pro Wochenstunde

Bezug in den Hauptferien: Durchschnitt der im Unterrichtsjahr zustehenden Vergütung
(inkl. Fächervergütung

Supplierverpflichtung

Bezahlung ab der 25 Supplierstunde (Teilbeschäftigung: Aliquotierung
der Supplierverpflichtung), dann jeweils € 38,70 pro Wochenstunde

Dauernde Mehrdienstleistungen

bis zusätzlich 3 Wochenstunden bei Bedarf verpflichtend
(bezahlt), darüber hinaus mit Zustimmung der Lehrkraft

Sonstige Dienstpflichten

Gliedern sich in

o Standortbezogene Tätigkeiten

Insbesondere die Mitarbeit im Rahmen der Unterrichts-, Schul- und Qualitätsentwicklung, die Leitung von
und die Mitwirkung an Schul- und Unterrichtsprojekten, die Teilnahme an Konferenzen, Teambesprechungen
und schulinterner Fortbildung und die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten.

Die Schulleitung (Abteilungsvorstehung, Fachvorstehung) hat die standortbezogenen Tätigkeiten unter Bedachtnahme auf die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten der Vertragslehrpersonen und deren
Beschäftigungsausmaß ausgewogen festzulegen.

o Individuell organisierte Tätigkeiten

Insbesondere die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und der Lernzeiten, die Korrektur schriftlicher Arbeiten, die Evaluierung der Lernergebnisse und die Reflexion und Evaluierung der eigenen Lehrleistung.

Weiters:

o Verpflichtung zur Weiterbildung – mind. 15 Stunden jährlich (vorwiegend in der unterrichtsfreien Zeit

o „Bei Bedarf können Lehrer/innen an allen Schultypen auch für fachfremden Unterricht (verpflichtend)
eingeteilt werden.“

o Hauptferien beginnen nach Abwicklung der eigenen Schlussgeschäfte (gleich wie im Altrecht)

o Verpflichtende Anwesenheit ab Dienstag in der letzten Ferienwoche für Vorbereitungsarbeiten 

In der Diskussion, was dies bedeutet, hat sich herausgestellt: Die Anwesenheit bezieht sich auf den Dienstort. Dienstort ist nicht die Schule, sondern der Ort, an dem man sich üblicherweise während des Schuljahres aufhält. Das heißt,  LehrerInnen im pd-Schema müssen ab Dienstag der letzten Ferienwoche für allfällige Dienstleistung einsatzbereit und abrufbereit sein. Allfällige Vorbereitungsarbeiten sind nicht zwingend in der Schule zu erledigen.